Irgendwann landet wohl jedes vegetarische Indische Kochbuch in meiner Sammlung, zuletzt die deutsche Übersetzung von ‘Anjum’s Indian Vegetarian Feast’. Ich kenne die Rezepte von Anjum Anand schon länger durch mein Abo des Magazins Good Food von BBC.

Die englische Ausgabe hatte ich schon länger auf meinem Wunschzettel, doch da Herr C. in den englischsprachigen Rezept-Zutaten nicht ganz so firm ist, sucht er sich lieber Rezepte aus deutschsprachigen Kochbüchern aus. So habe ich mir dann vor einigen Wochen die im letzten Sommer erschienene deutsche Ausgabe Anjums Indische Vegetarische Küche gegönnt.

 

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Herr C. wünschte sich ein indisches Gericht zum samstäglichen Abendessen, also habe ich ihm kurzerhand das nur durchgeblätterte, ansonsten noch jungfräuliche Kochbuch gegeben, mit dem Auftrag sich etwas daraus auszusuchen.

Er hat sich dann für ein recht aufwändiges Paneer Tikka Masala entschieden. Chicken Masala war eines unserer Lieblingsgerichte als wir noch Fleisch gegessen haben und so war ich gleich begeistert von dem Rezept.

Gerichte mit Paneer, dem indischen Käse, liebe ich ganz besonders und habe schon einige davon gekocht, verbloggt habe ich ein klassisches Palak Paneer mit Spinat, ein Paneer Jalfrezi mit Paprika, Zwiebeln und Tomate sowie ein Curry mit Paneer, Kartoffeln und Erbsen.

 

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Wir haben hier einige sehr gut sortierte Asia-Geschäfte, so dass es kein Problem ist, auch etwas ausgefallenere Zutaten zu bekommen. In einem davon habe ich einmal abgepackten Paneer gekauft und damit gekocht, bin aber sofort reumütig zum selbstgemachten zurückgekehrt.

Die Herstellung von Paneer ist so einfach und unkompliziert, dass sich das Selbstmachen unbedingt lohnt, ein Rezept dafür gibt es hier. Die besten Ergebnisse erziele ich immer mit frischer Bio-Vollmilch und Weißweinessig. Aus vier Litern Milch habe ich dieses Mal 660 Gramm fertigen, also bereits gepressten, Paneer erhalten. Die dabei entstehende Molke lässt sich ausgezeichnet zum Brotbacken verwenden.

 

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Den Paneer habe ich, so wie ich auch früher Fleisch mariniert habe, zusammen mit der Marinade in einen passenden Gefrierbeutel gegeben und alles vorsichtig durchgeknetet, um die Marinade bestmöglich auf den Käsewürfeln zu verteilen. Dann entziehe ich dem Beutel so viel Luft wie möglich (Vakuumieren wäre auch eine Idee) und verschließe ihn. Ich finde diese Methode effektiver als das Marinieren in einer Schüssel.

 

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Für die Sauce werden zuerst die Gewürze kurz in heißem Fett angebraten, dann kommen die Tomaten hinzu und das Ganze wird stark eingekocht, wieder verdünnt und dann durch ein Sieb gestrichen.

 

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Die marinierten Paneer-Würfel werden unter dem, auf maximale Temperatur vorgeheizten, Backofengrill unter einmaligem Wenden gegrillt und dann in die fertige Masala-Sauce gegeben und  etwas weiter geköchelt.

 

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Insgesamt habe ich etwa drei Stunden in der Küche gestanden, bis das Abendessen fertig war. Es hat sich aber wirklich gelohnt,  da es uns ganz wunderbar geschmeckt hat. Ich werde das Paneer Tikka Masala  sicher noch mehrfach kochen, denn es hat einfach alles, um eines unserer Lieblingsgerichte zu sein.

 

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Ach ja, dazu gab es bei uns in kurz Ghee angebratenen Basmati, der mit Nelken und grünen Kardamomkapseln gewürzt wurde.

 

Titel: Paneer Tikka Masala
Menge: 4 Portionen

Zutaten

H MARINADE
10 Gramm Ingwer, geschält
2 groß. Knoblauchzehen, geschält
2 Essl. Zitronensaft
150 Gramm Griechischer Joghurt
1 geh. TL Cayennepfeffer
1 geh. TL Cumin, gemahlen
1 geh. TL Garam Masala
1 geh. TL Paprikapulver
Salz
3 Essl. Pflanzenöl
H WEITERES
400 Gramm Paneer (CQ: aus 4 Litern Milch, nach diesem Rezept ergaben 660 Gramm)
500 Gramm Strauchtomaten, geviertelt (CQ: 600 ml Tomaten aus
– der Dose geschält)
1 Essl. Pflanzenöl
1 Schwarze Kardamomkapsel
5 Grüne Kardamomkapseln
5 cm Zimtstange
4 Gewürznelken
20 Gramm Ingwer, geschält und gerieben
4 Knoblauchzehen, gepresst
1 Essl. Tomatenmark
2-4 klein. Grüne Chilischoten, mit der Messerspitze
– mehrmals eingestochen
1/2 Teel. Garam Masala
1 Teel. Paprikapulver
1 1/2 Teel. Bockshornkleeblätter, getrocknet
Salz
1 1/4-1 1/2 Teel. Zucker
60-80 ml Kochsahne, 15% (CQ: 80 ml Sahne)

Zubereitung

Den Paneer herstellen.

Für die Marinade alle Zutaten zu einer glatten Masse pürieren.

Den gewürfelten(*1,5-2 cm Kantenlänge Paneer in einen mind. 3 Liter- Gefrierbeutel geben, die Marinade darübergeben. Den Beutel lose verschließen und vorsichtig Marinade und Paneer vermischen. Sind alle Paneer-Würfel von der Marinade überzogen, den Beutel wieder öffnen, die Luft herauspressen und möglichst luftdicht verschliessen. Ruhen lassen.

Die Tomaten pürieren.

In einem großen, beschichteten Topf (CQ:  gusseisernen Topf) das Öl und die Hälfte der Butter erhitzen. Kardamomkapseln, Nelken und Zimt hinzufügen, 10 Sekunden braten, dann Ingwer, Knoblauch und Tomatenmark hinzufügen und anbraten bis diese langsam Farbe annehmen. Tomaten hinzufügen und unter gelegentlichem Rühren einkochen lassen, bis sich nach etwa 20 Minuten Öl/Butter an der Oberfläche abzusetzen beginnen.

Die Paste bei mittlerer Hitze bei häufigem Umrühren noch 8-10 Minuten weiter braten, bis diese deutlich dunkler geworden ist. Nun 250 ml Wasser (CQ:  kochendes) Wasser angießen und alles noch einmal aufkochen lassen. Dann die Masse durch ein Sieb streichen, bis nur noch Gewürze und feste Zutaten im Sieb verbleiben, diese Reste wegwerfen.

Den Backofengrill auf höchster Stufe vorheizen (CQ: 300°C). Den Paneer auf einem mit Alufolie ausgelegtem Backblech/Rost verteilen und 8-10 Minuten grillen, dabei einmal wenden, bis die Ränder leicht verschmort sind. Aus dem Ofen nehmen.

Die restliche Butter erhitzen und die Chilischoten hineingeben (CQ:  2-3 Min. anbraten). Die Tomatensauce, die gemahlenen Gewürze, etwas Salz, den Zucker und 1 kräftigen Spritzer Wasser hinzufügen und alles 2-3 Minuten köcheln lassen. Den Paneer dazugeben und alles weitere 5-6 Minuten garen.

Die Kochsahne angießen und den Topf rütteln, bis nach 2-3 Minuten einer sämige Sauce entsteht. Falls sie zu dick wird, eventuell noch etwas mehr Wasser angießen. Abschmecken und falls nötig, mehr Salz, Zucker oder Sahne hinzufügen (zusätzliche Sahne mildert die Säure nicht vollständig ausgereifter Tomaten).

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11 Nachrichten zu “Für besondere indische Momente – Paneer Tikka Masala”

  1. Ela sagt:

    Das klingt soooo herrlich… Ich liebe Paneer und das selber machen ist wirklich gar nicht so schwer, wie man denkt. Nur wie du schon schreibst, etwas zeitaufwendig… Tikka Masala mag ich auch supergern, deine Version koche ich sicher auch mal nach :)
    LG
    Ela

    • chaosqueen sagt:

      Paneer selbst zu machen lohnt sich ganz unbedingt, er schmeckt so viel besser als der gekaufte.
      Über eine Rückmeldung zu dem Tikka Masala würde ich mich sehr freuen.

  2. Houdini sagt:

    Da kommt der Paneer ja schon, den Du bei Cheriechen kommentiertest. Und man trifft sich wieder, nach Jahren, hab Dich nicht vergessen :-)

    • chaosqueen sagt:

      Das Paneer-Rezept gibt es ja schon ein paar Jahre hier im Blog, aber ich habe erst jetzt Fotos eingefügt.
      Habe gerade bei Dir nachgelesen, Dein Leben hat sich ja sehr verändert. Ich bewundere Deinen Mut dazu.

  3. Jan B. sagt:

    Sehr sehr lecker! Wenn es jetzt nicht schon sooo spät wäre ;-)

    • chaosqueen sagt:

      Wenn Du um 22 Uhr mit dem Gericht zu beginnst, kannst Du so gegen halb zwei norgens essen könntest. Wirklich etwas spät… ;-)

  4. Stefanie sagt:

    Oh wie lecker, das sieht so gut aus! Und ich habe alles an Gewürzen da, da könnte ich am Wochenende eigentlich loslegen :-D

  5. chaosqueen sagt:

    Wir fanden es unglaublich lecker. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du berichten würdest wie es Euch geschmeckt hat.

  6. Andreas sagt:

    Ich kenne Paneer aus den indischen Fertiggerichten, die ich mir zeitweise gerne aus den großen Asia-Supermärkten gekauft habe und mochte die Gerichte immer sehr gerne. Ich habe bisher aber nicht gedacht, dass man diesen Käse sogar selber machen kann. Ausprobieren werde ich es auf jeden Fall mal und die 600 g werden ja bestimmt für 3-4 Personen reichen. Ich und meine Mitbewohner essen zur Zeit hauptsächlich vegetarisch und da kommen indische Gerichte immer richtig gut an. Wir haben uns auch schon mit den üblichen indischen Gewürzen wie Garam Masala eingedeckt und dann sollte ja eigentlich alles klappen, wenn ich mich an die Anleitung halte.

  7. Es lohnt sich doch immer wieder mal durch Blogs zu stöbern. Paneer war mir völlig unbekannt.
    Jetzt werde ich mich mal intensiv damit befassen und auch dein Gericht nachkochen.
    Grüße vom Bodensee
    Udo

  8. Hmm das sieht ja richtig lecker aus! Und total niedlich. Perfekt für den Sommer ( der hoffentlich nochmal wieder kommt ^^ ) Habe bisher noch nie etwas von Paneer gehört. Aber klignt echt interessant ;)

    Liebe Grüße Chrissi
    von Chrissitallys.blogspot.de

    PS: Ich habe zurzeit ein kleines Gewinnspiel auf meinem Blog laufen . Gesucht sind gesunde und sommerlicher Rezepte und ich würde mich riesig darüber freuen wenn du dabei währst.
    Alls Infos gibt´s hier:http://chrissitallys.blogspot.de/2014/07/das-groe-fit-for-summer-gewinnspiel.html

Ich würd' mich sehr über eine Nachricht von Dir freuen

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