Aus inzwischen schon fast chronischem Zeitmangel habe ich leider einige Blogevents verstreichen lassen müssen, ohne daran teilnehmen zu können.

Da ich nun aber krankheitsbedingt (nichts Schlimmes) eine kurze Auszeit nehmen muss, habe ich mich spontan entschlossen bei dem ‘Alte Schätzchen’-Event veranstaltet von Dorothée von bushcooks kitchen teilzunehmen.

 

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Diese – in doppeltem Sinne – süßen Seehunde bekam ich während meiner Kindheit besonders dann, wenn es mir nicht so gut ging. Also sehr passend zu meiner aktuellen Situation!

Die Idee mit den alten Kochbüchern finde ich besonders schön, da man sich meist mit den gerade angeschafften Kochbüchern auseinandersetzt und Rezepte daraus bloggt.

Ich habe zwar einige alte Schätzchen und bestimmt auch schönere, aber in dieser Situation konnte meine Entscheidung einfach auf kein anderes Rezept fallen. Das Rezept für die niedlichen Seehunde kommt aus dem ‘Sanella Backbuch’ von 1975.

 

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Als Schulkind mochte ich nicht frühstücken und da ich ohne etwas im Magen zu haben, das Haus nicht verlassen sollte, hat sich meine Mutter immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um mich doch zu ein paar Happen zu bewegen. Mit cremigem Käsekuchen fing es an gefolgt von Rührkuchen, diesen folgte dann  Gebäck aus Hefeteig wie Zöpfe und Stuten. Und wenn ich dann ‘mal krank war, mochte ich die niedlichen Seehunde natürlich lieber als Scheiben vom Hefezopf oder -stuten und diese dann sogar ganz ohne Belag.

 

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In den Rezepten des Buches wird natürlich ausschließlich die im Namen enthaltene Margarine verwendet, ich verwende allerdings zum Backen ausschließlich Butter. Ich mag nur Süßrahmbutter und bin sehr froh, dass mein Bio-Laden diese endlich in sein Angebot aufgenommen hat.

Die Diskussion um Sauerrahm-, mildgesäuerte und Süßrahmbutter muss ich leider immer wieder führen. Nun ja, die Demi-Sel Butter aus Frankreich mag ich auch, aber das ist ja wieder etwas ganz anderes.

 

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Das Formen ist ganz einfach, vorausgesetzt der Hefeteig hat die richtige Konsistenz. Wenn der Teig sich nicht formen lassen mag, sollte man ihn noch einige Minuten entspannen lassen, dann klappt es meist besser mit dem Formen. (Für das Ausrollen gilt das ebenso, besonders wenn der Teig sehr dünn ausgerollt werden soll.)

 

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Eine Portion Teig wird, wenn möglich ohne Zugabe von Mehl, zu einem Teigstrang von etwa 25 cm Länge ausgerollt.
Den Strang zu einem in der Mitte liegenden Koten schlingen und mit einem Ende nach unten auf das Backblech setzen.

 

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Die Schwanzflosse ein- oder zweimal einschneiden und etwas auseinander ziehen, dann die noch blinden Seehunde gehen lassen. Die Augen werden erst direkt vor dem Backen ‘eingesetzt’, damit sie nicht herausfallen.

 

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Das spiralgebundene Büchlein stammt aus dem Jahr 1975, also definitiv ein altes Schätzchen.

 

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Unglaublich aber wahr, Herr C. kannte die Seehunde noch nicht. Er bedankt sich daher ebenfalls sehr für das tolle Event.

 

 

Titel: Hefeteig für Seehunde
Kategorien: Hefeteig, Süß, Backen
Menge: 9 Seehunde

Zutaten

200 ml Milch, lauwarm
30 Gramm Hefe
500 Gramm Weizenmehl Type 550
2 Essl. Zucker
1 Teel. Salz
1 Ei
100 Gramm Butter, weich
18 Rosinen
Milch zum Bestreichen
Butter oder Backpapier für das Blech

Quelle

leicht abgewandelt nach einem Rezept aus dem Sanella
Backbuch
Erfasst am 15.11.2012

Zubereitung

Die Rosinen in warmem Wasser einweichen.

Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen, anschließend mit den anderen Zutaten zu einem Teig kneten (KA Stufe 2 10 Minuten)

Den abgedeckten Teig auf das doppelte Volumen aufgehen lassen.

Ein Backblech buttern oder mit Backpapier auslegen.

Die Rosinen gut abtropfen.

Den Teig auf die Arbeitsfläche geben, kurz durchkneten und in neun gleichgroße Portionen teilen.

Jede Portion zu einem etwa 25 cm langen Strang rollen und zu einem Koten schlingen, der in der Mitte liegt.

Den Knoten so auf die Arbeitsfläche legen, dass ein Strangende auf der Arbeitsfläche aufliegt, dieser bildet die Schwanzflosse und wird einmal mittig eingeschnitten. Das obere Ende des Knotens bildet den Kopf.

Den Seehund auf das vorbereitete Backblech setzen.

Aus den weiteren Teigportionen ebenfalls Seehunde formen und diese mit Abstand auf das Backblech setzen.

Die Seehunde abgedeckt 15-20 Minuten gehen lassen.

Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

In den Kopf jedes Seehundes zwei Rosinen als Augen drücken.

Die Seehunde mit Milch bepinseln und 20-25 Minuten backen.

 

Anmerkung

Die Rosinen werden eingeweicht, damit sie nicht verbrennen.
Die Rosinen erst nach dem Gehen eindrücken, damit sie nicht wieder herausfallen.

 

 

 

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10 Nachrichten zu “BLOG-EVENT LXXXII – ALTE SCHÄTZCHEN – Süße Seehunde”

  1. Irene sagt:

    Ja was ist den das? Wir sagen diesen Zopftierchen Tauben in der Schweiz! Das Cover ist identisch mit dem Betty bossi Backbuch, ich habe nur die 14 Auflage von 2001 hier. Ist den dein Seehund im Buch beschrieben oder auch einfach ein Bild! Das ist ja mal was :-)
    Grüessli
    Irene

    • chaosqueen sagt:

      @Irene
      Das ist ja lustig!
      Im Buch ist nur eine Abbildung ohne Name und Beschreibung für die Tierchen. Für uns waren das ohne Zweifel immer Seehunde.
      Meine Großmutter, die Schweizerin war, ist leider gestorben bevor wir das Büchlein hatten.
      Ich habe die betreffende Seite aus dem Buch ganz unten in den Beitrag eingefügt. Vermutlich ist es das gleiche Bild, wie in Deinem Buch auch.

      @leraK
      Vielen Dank!
      ich bringe es fast nicht übers Herz, sie zu essen.

  2. leraK sagt:

    Die Seehunde sind ja herzallerliebst.

    Liebe Grüße

  3. zorra sagt:

    Ich kenne die Seehunde auch als Tauben und das Cover ist wie Irene sagt auch in der Schweiz als BB-Buch bekannt. ;-) Innen sieht es aber anders aus. Ich mach mal ein Foto.

  4. Susanne sagt:

    Da sind sie ja!

    Und so wunder schön!

    Richtig zum Anbeissen sehen sie aus! Ich kannte die Seehunde auch nicht, auch nicht als Tauben, aber sie werden bestimmt bald nach gebacken!

  5. bushcook sagt:

    Endlich habe ich jemand gefunden, der auch ein Frühstücks-Verweigerer war. Vermutlich hätte meine Mutter es nicht einmal mit diesen entzückenden Seehunden geschafft.

    Diese fehlende Begeisterung für Frühstück ist mir bis heute geblieben.

    Vielen Dank für Deinen schönen Beitrag und es freut mich, daß auch Herr C. daran Freude hatte :-).

  6. Stefanie sagt:

    Ich habe mit einer ähnlichen Anleitung schon “Laugenspatzen” gebacken. Die Seehunde gefallen mir aber auch sehr gut, und bei dem ersten Bild musste ich direkt an Walross Antje denken!

  7. Micha sagt:

    Wie witzig – dein Brötchen lebt!

    Sehr hübsch geworden, Miriam!

  8. [...] Mini Seal Brioches adapted from Chaosqueen [...]

  9. chaosqueen sagt:

    @zorra
    Das ist wirklich witzig mit dem Buch!

    @Susanne
    Wie auch immer man sie nun nennt, sie sind niedlich und schmecken gut.

    @Stefanle
    ‘Laugenspatzen’ klingt auch gut, da muss ich direkt bei Dir vorbei schauen.
    Der Titelseehund hat mir auch am besten gefallen, er hat auch bist zuletzt übrig geblienen.

    @Micha
    Lieben Dank! Als Kind hätte ich sie vermutlich nach so einem Kommentar nicht mehr gegessen. ;-)

Ich würd' mich sehr über eine Nachricht von Dir freuen

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