In der letzten Woche habe ich die für mich weltbeste Marmelade – eine Bitterorangenmarmelade hergestellt.

Im letzten Jahr als ich Susas Blogeintrag zu ihrer Bitterorangenmarmelade entdeckt hatte, war die Zeit für Bitterorangen leider schon vorbei. Die Saison ist sehr kurz, die Früchte sind nur im Januar und Februar erhältlich. Ich war so enttäuscht, so dass ich mir einen dicken Merker in den Kalender gemacht habe, um in diesem Jahr vorbereitet zu sein und habe endlich die heiß ersehnten Orangen bekommen.

Ich hatte ja fast ein Jahr Zeit, also lange genug, um verschiedene Rezepte zu sichten und mich für eines zu entscheiden. Letztendlich stammt das Rezept aus dem Buch Eingemacht und von Roberts wunderbarem Rezept habe ich die Anregung übernommen anstelle der angegebenen Orangen Blutorangen und die gesamte Schale statt der Zesten zu verwenden. So ist aus diesen beiden Rezepten mein Rezept entstanden.

Die Marmelade ist wirklich die köstlichste, die ich jemals auf ein Brot oder in diesem Fall ein Hörnchen gestrichen habe. Da lohnt sich jeglicher Aufwand!

Die Zubereitung der Marmelade nimmt zwei Tage in Anspruch, da Saft und Schale nach dem ersten Aufkochen vor der weiteren Verarbeitung unbedingt einen Tag ziehen muss. Dies ist so wichtig damit die Bitterstoffe sowie das Pektin der Kerne und Häutchen in den Saft übergehen.

Die Bitterorangen sehen äußerlich aus wie normale Orangen, nachdem Aufschneiden unterscheiden sie sich etwas davon. Wikipedia sagt zu Bitterorangen “Entstanden ist die Bitterorange als Hybride zwischen Pampelmuse (Citrus maxima) und Mandarine (Citrus reticulata),[1] wahrscheinlich im Süden Chinas.”

Die als Blutorangen gekauften Orangen entpuppten sich bei genauem Hinsehen bzw. Lesen des Etiketts als Halbblutorangen.

Das Etikett dieser Halbblutorangen hat mir so gut gefallen, dass ich es Euch nicht vorenthalten wollte.

Inzwischen die Anzahl der noch vorhandenen Gläschen durch Verschenken und Eigenverbrauch schon sehr geschrumpft, habe ich mir noch eine Kiste Bitterorangen bestellt, um die Vorräte so aufzufüllen, damit sie bis zur nächsten Bitterorangensaison reichen. Vielleicht finde ich auch noch ein anderes schönes Rezept mit Bitterorangen.

Am Wochenende habe ich schon wieder Marmelade zubereitet, dieses Mal eine Pink Grapefruitmarmelade mit Akazienhonig. Dieses Rezept werde ich demnächst auch vorstellen. Diese Marmelade schmeckt ebenfalls ganz wunderbar.

Titel: Bitterorangenmarmelade
Kategorien: Marmelade, Einkochen
Menge: 10 Gläschen je 220ml

Zutaten

8 Bitterorangen, unbehandelt (560g Saft)
2 Zitronen (110g Gramm Saft)
10 Halbblutorangen (560g Saft)
900 Gramm Zucker (pro Liter Saft)
Nach Bedarf etwas Apfelpektin

Quelle

nach Nick Sandler, Johnny Acton – Eingemacht und lamiacucina
Erfasst *RK* 01.02.2011 von
Chaosqueen

Zubereitung

Die Bitterorangen auspressen, den Saft in einen großen Topf geben. Kerne, weiße Häutchen und das verbliebene Fruchtfleisch ebenfalls in den Topf geben. Zitronen und Blutorangen auspressen und den Saft dazu geben.

Die Schalenhälften der Bitterorangen vierteln. Die Viertel der Schmalseite nach in 1-2mm breite Streifen schneiden. Die Schalen in eine Dose geben und in den Kühlschrank stellen. Die Reste mit in den Topf geben.

Den Topfinhalt zum Kochen bringen und eine Stunde leicht köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren. Den Inhalt des Topfes 24 Stunden ziehen lassen.

Am zweiten Tag den Topfinhalt wieder erhitzen und zwei Stunden leicht kochen lassen. Anschließend den Topfinhalt durch ein Musselintuch geben und allen Saft auspressen. Ich habe einen Liter Saft erhalten.

Den Saft und den Zucker in einen Topf geben und zum kochen bringen. Die Schalenstreifen hinzugeben und ca. 5 Minuten mitkochen.

Sollte die Gelierprobe nicht gelingen, etwas Apfelpektin hinzufügen, weitere 4-5 Minuten kochen.

Nach gelungener Gelierprobe, die Marmelade in Gläser abfüllen und sofort verschließen.

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10 Nachrichten zu “Die für mich weltbeste Bitterorangenmarmelade”

  1. Sivie sagt:

    Die Marmelade hört sich sehr lecker an. Leider mag hier niemand außer mir Bitterorangenmarmelade. Das Etikett ist wirklich toll, das solltest du für deine Marmeladengläser verwenden. Ich hatte letzte Woche auch so blasse Blutorangen. Der Gemüsehändler sagte, dass die Farbe vom Kälteunterschied an Tag und Nacht abhängt. Vielleicht wird die Farbe ja in den nächsten Wochen noch besser.

  2. Véronique sagt:

    Interessant, wie unterschiedlich die Rezepte sind. Bei Nigel Slater müssen die Schalen 40 Minuten bis 1,5 Stunden “vorkochen”, bis sie weich und durchsichtig sind, und dann noch bis 50 Minuten und hier insgesamt 5 Minuten.

  3. lamiacucina sagt:

    Der Zusatz der Halbblüter macht die Marmelade für weniger “Bittererprobte” angenehmer. Heuer hab ich mir extra eine Filtriermousseline gekauft, aber habe bisher noch keine Bitterorangen gesehen :-(

  4. Danke für’s Rezept! Eine Stelle ist mir nicht ganz klar (2. Absatz): ich schneide doch alle Schalen der Bitterorangen in Streifen und stelle sie in den Kühlschrank, oder? Welche Reste gebe ich in den Topf?

    Habe heute übrigens meine beiden Ansätze verkostet und bin sehr zufrieden. Ich habe nur die Zesten verwendet, da ich ein “very thin cut”-Typ bin ;-)

  5. Ich mag Marmelade immer nur phasenweise. Da gibt es so nen Zyklus in dem sich jeweils Marmelade, Wurst, Müsli und Nutella abwechseln. Ich glaube diese Marmelade koche ich mir schonmal für den nächsten Marmeladenzyklus.

  6. chaosqueen sagt:

    @Sivie
    Herr C. mag die Marmelade auch nicht so gern, aber ich habe schon einige Gläschen verschenkt und den Rest genieße ich alleine.
    Ich habe gelernt das es Blut- und Halbblutorangen gibt, die Halbblut sind wohl so hell, wie die auf meinem Foto. Die Dunklen mag ich auch viel lieber, vielleicht haben wir ja noch einmal Glück.

    @Véronique
    Ja, das ist wirklich interessant. Ich habe drei Bücher von Nigel Slater, da muss ich gleich ‘mal schauen, ob ich das Rezept darin finde. Meine bestellten Bitterorangen sind zu meiner großen Freude heute passend zum Wochenende angekommen und das Rezept würde ich gerne ausprobieren.
    Update: Ich habe das Rezept in meinen Büchern nicht gefunden, aber online in The Guardian habe ich dieses Rezept gefunden, das zu Deiner Beschreibung passt.

    @lamiacucina
    Mir kann es ja nicht bitter genug sein, aber die ‘Halbblüter’, wie Du sie so schön nennst, machen die Marmelade deutlich milder. Das Durchlassen durch das Musselinetuch hat einiges an Schwebstoffen zurückbehalten, aber es war etwas mühsam.

    @Petra
    Mit den Resten meine ich in diesem Fall, die Stücke der Schale, die mir am Ende zu klein geworden sind, um noch schöne Streifen heraus zu bekommen.
    Wenn Du Zesten verwenden möchtest, kannst Du so wie im originalen ‘Eingemacht’ Rezept verfahren. Dort werden die Schalen nach Abziehen der Zesten zusammen mit dem Saft, Kernen usw. in den Topf gegeben, darauf wird soviel Wasser gegeben, dass die Schalen bedeckt sind. Dann geht es so weiter wie in meinem Rezept.

  7. Penny Lane sagt:

    Seit ein paar Wochen nasche ich von Zeit zu Zeit ein wenig von dieser gigantisch guten Marmelade. Liebe chaosqueen, ganz herzlichen Dank für diese Köstlichkeit. So wie Du sie hergestellt hast, ist sie super super super gut. Ich setze sie auf meine Wunschliste ;)

    • chaosqueen sagt:

      Es freut mich, dass Du von der Orangenmarmelade auch so begeistert bist. Die gute Salsa Picante ist ebenfalls schon süchtig…
      Im nächsten Jahr müssen wird da wohl in die Großproduktion einsteigen. ;-)

  8. Veronika sagt:

    Hallo, ich komme hier auf diese Seite, da ich gestern Turunc Receli (Bitterorangenmarmelade) gemacht habe und mich deswegen im Internet nach weiteren Informationen umsehen wollte.
    Ich lebe seit mehreren Jahren im Frühjahr und Herbst in einem Bergdorf nahe Antalya und wollte hier einmal das Rezept hinterlassen, so wie es hier seit Generationen gemacht wird:
    Von den Bitterorangen (Turunc) wird mittels einer feinen Reibe die äußerste Schicht abgerieben. Danach wird mit einem Messer die Schale in ca. 3 – 4 cm breite Spalten geschnitten und abgeschält. Danach mit einem scharfen Messerchen den weißen Belag der Schalen entfernen. Nun werden die Schaltenspalten aufgerollt und mit mit einer Nadel auf einen Faden gefädelt u. die Schnüre gewogen. Die Schalenschnüre werden nun im Wasser gekocht bis sie relativ weich sind. (Ich habe die Schalen ca. 6-8 min. in Dampfkochtopf gekocht, wobei die Schalen dann ziemlich weich wurden und die Schalenstücke beim folgenden Kochen mit Zucker etwas zerfallen sind, was mir letztendlich dann auch sehr recht war, da es eine super Marmelade geworden ist.) Danach noch 1 mal für ca. 2 Stunden in kaltes Wasser geben. Das Wasser abschütten und die Orangenschnüre leicht ausdrücken. Nun die Orangenschalen vom Faden streifen und die gleiche Menge – oder auch etwas mehr – Zucker schichtweise zu den Schalen geben und zum Kochen bringen und kochen bis der entstandene “Saft” eine honigartige Konsistenz hat. Zwischendurch immer wieder umrühren. Dann heiß in Gläser füllen.

    Wenn ich die nächsten Tage nochmals Turunc in einem der vielen Orangengärten finden kann, werde ich das Ganze nochmals machen. Allerdings werde ich dann den Versuch machen, auch das Fruchtfleisch -das ja sauer wie eine Zitrone ist – teilweise mit dazu verwenden. Die Einheimischen werfen das Fruchtfleisch in dem Müll.

    Ich hoffe, ich habe das einigermaßen verständlich beschrieben und vielleicht hat der eine oder andere mal Lust das Turunc Receli auszuprobieren. Hier kann man den Arbeitsablauf sehen und wer der türkischen Sprache mächtig ist, kann auch den Text dazu lesen:

    http://sineksekiz.wordpress.com/2010/05/06/asli-kizin-harikulade-turunc-receli-tarifi/

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